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Die Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel

VERBRAUCHER INITIATIVE zum Skandal um Öko-Weizen

Berlin, den 27. Mai 2002. Als schweren Schlag für den Biolandbau wertet die VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. den Fund des krebserzeugenden und verbotenen Giftes Nitrofen in Öko-Weizen. Für den Bundesverband kritischer Verbraucherinnen und Verbraucher steht die Glaubwürdigkeit des Ökologischen Landbaus insgesamt auf dem Spiel. Er fordert deshalb rasche Aufklärung und bessere Kontrollen.

"An oberster Stelle steht jetzt der Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Die Öffentlichkeit muss schnellstmöglich erfahren, welche Produkte belastet sein können und ob belastete Produkte auf dem Markt sind," betont Bundesvorstandsmitglied Brigitta Poppe.

Poppe fordert die Anbauverbände dazu auf, sämtliche Informationen auf den Tisch zu legen und aufs Engste mit den staatlichen Kontrollstellen zusammen zu arbeiten. "Unbedingt muss die Frage geklärt werden, seit wann wer wusste, dass Nitrofen in Geflügelfleisch nachgewiesen wurde und wie der Stoff in die Nahrungskette gelangt ist," so Poppe.

Der Skandal ist ein enormer Rückschlag für den bislang florierenden Biolandbau. Der Absatz von Bioprodukten steigt vor allem, weil Verbraucherinnen und Verbraucher darauf vertrauen, dass Biolebensmittel gesund sind. Poppe befürchtet deshalb, dass der Nachweis des krebserzeugenden Nitrofens die Glaubwürdigkeit des Biolandbaus aufs Spiel setzt, betont aber zugleich, dass es keine Alternative zum Ausbau des ökologischen Landbaus gibt.

Der Skandal zeigt jedoch, dass der Erfolg der neuen Agrarpolitik nicht allein am Zuwachs von Öko-Anbauflächen gemessen werden kann. Poppe: "Die Qualitätssicherung auch im Biolandbau muss stärker als bislang in den Mittelpunkt der Agrarwende rücken."

Die VERBRAUCHER INITIATIVE fordert die CDU angesichts der aktuellen Vorgänge auf, ihre Blockadehaltung gegenüber dem Verbraucherinformationsgesetz aufzugeben. Poppe: "Mit dem Verbraucherinformationsgesetz könnten die Behörden jetzt darüber informieren, welche Produkte belastet sind und welche nicht. Das würde die Sicherheit für Verbraucherinnen und Verbraucher wesentlich erhöhen."


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