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Das Rabattgesetz ist gefallen!

Neue Spielregeln im Basar Deutschland

Das Rabattgesetz landete im Sommer 2001 auf dem Müllhaufen der Geschichte. Ersatzlos wurde das 67 Jahre alte Gesetz, das die die individuellen Preisnachlässe bei einwandfreier Ware auf drei Prozent begrenzte, gestrichen. Gleichzeitig fällt die Zugabeverordnung. Scheinbar brechen jetzt goldene Zeiten für Verbraucherinnen und Verbraucher an. Doch auch weiterhin gilt: Erst vergleichen, dann kaufen! Wir erklären Ihnen einige Hintergründe und sagen Ihnen, worauf Sie beim Einkauf achten sollten.

Schon immer gab es Wege, den „empfohlenen“ Preis zu umgehen. Das „Volk der Schnäppchenjäger“ nutzte beispielsweise die Flut der Sonderangebote, die über reißerische Werbung in den Markt gedrückt wird. Bei geringen Mängeln, z.B. wenn ein Knopf an der Bluse fehlt, wird mit dem Hinweis darauf um einen Preisnachlass gerungen. Sommer- und Winterschlußverkauf sorgen für deftige Preisnachlässe, Fabrikverkäufe ermöglichen den Kauf preisreduzierte Markenware.

Offiziell erlaubt die 1932 verabschiedete Zugabenverordnung nur geringwertige Geschenke wie Kugelschreiber oder Luftballons, wertvolle Zugaben sind nicht erlaubt, da diese die Kaufentscheidung beeinflussen könnten. Das 1933 erlassene Rabattgesetz lässt nur drei Varianten zu. Maximal drei Prozent bei Barzahlung, Mengenrabatte oder Sondernachlässe z.B. für Werksangehörige.

Doch das Rabattgesetz war schon lange kein Hindernis mehr: Clevere Verbraucher erfragten - z.B. beim Autokauf - erst den „Hauspreis“, um dann um den offiziellen Rabatt zu feilschen. Doch Verstöße spielten schon lange keine Rolle mehr. „Rund 750 Verstöße gegen das Rabattgesetz sowie 400 gegen die Zugabeverordnung wurden der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs im vergangenen Jahr gemeldet“ so die Berliner Zeitung.

Seit einiger Zeit ist ein verstärkten Angebot an Treue- oder Bonusprogrammen zu beobachten. So konnten mehrere Einzelhandelsunternehmen aus unterschiedlich Branchen mit der Payback-Karte mehr als acht Millionen Kunden binden. Geschickt bieten einzelne Handelsketten oder auch Firmenverbünde Bonuspunkte beim Einkauf, die ab einer bestimmten Menge in Prämien oder Geld gewechselt werden können.

Oberstes Ziel dieser Programme ist die Kundenbindung. Wichtiger Nebeneffekt für den Handel: Er gewinnt Informationen über das Konsumverhalten der Kunden und kann diesen gezielt durch Werbung ansprechen. Zu erwarten ist, das nach Wegfall von Rabattgesetz und Zugabeverordnung Sonderkonditionen für Karteninhaber wie Sonderöffnungszeiten angeboten werden.

Doch Träume vom unendlichen preislichen Schlaraffenland werden auch nach dem Wegfall des Rabattgesetzes nur bedingt Realität werden. Denn auch zukünftig gilt: Kein Kunde bekommt etwas geschenkt! „Wer als Händler mit einer Spanne von 40 Prozent arbeitet und zehn Prozent Rabatt gibt, muss 100 Prozent Mehrumsatz erzielen, um den selben Bruttogewinn zu erreichen“, so die Zeitschrift impulse im Juni 2001.

Bei Büchern, Zeitschriften oder Tabakwaren wird es weiterhin eine Preisbindung geben. In der Lebensmittelbranche bringt das Feilschen wenig, da hier die Ertragssituation ohnehin bescheiden ist und der Aufwand für ein Stück Fleischwurst viel zu hoch wäre. Besonders bei höherwertigen Produkten wird es aber Chancen geben, einen reduzierten Preis erzielen zu können. Dies dürfte vor allem für die Möbel-, Textil-, Unterhaltungselektronik- und Autobranche gelten.

Der Umgang mit der neuen Freiheit will gelernt sein. Generell gilt: Bei teureren Produkten lässt sich leichter ein Preisnachlass als bei preiswerteren erzielen. Im Einzelnen sollten Sie auf folgende Punkte achten:


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