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Schokolade

Bei Stimmungstiefs greifen wir besonders gern zu Schokolade, um uns mit dem unverwechselbaren Aroma zu verwöhnen. Doch selten denken wir beim Genuss des zart-schmelzenden Schokoladenstücks oder der dampfenden Tasse Kakao an die Herkunft der Kakaobohnen. Die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen, die diese tropischen Pflanzen anbauen und Rohstoffe wie Kakaopulver und Kakaobutter erzeugen, sind für uns – nicht nur gedanklich – weit weg.

Der Rohstoff Kakao stammt aus Westafrika, Südostasien, Mittel- und Lateinamerika. Die Kakaobauern dort sind auf den Export ihrer Produkte angewiesen. Doch niedrigste Preise und Löhne für die harte Arbeit gefährden ihre Existenz und führen zu katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen. Die Initiativen des öko-fairen Handels wollen das ändern. Seit einigen Jahren sind Schokoladenprodukte auf dem Markt, deren Zutaten Kakao und Zucker aus ökologischer Produktion und fairem Handel stammen. Verbraucherinnen und Verbraucher können diese Produkte an dem TransFair-Siegel  und dem Zeichen HAND IN HAND erkennen. Zusätzlich trägt Bio-Schokolade das Bio-Siegel oder das Label eines ökologischen Anbauverbandes.

Bio-Schokolade mit TransFair-Siegel
Rohstoff-Produzenten, Importeure, Hersteller und Großhändler verpflichten mit einem Vertrag zur Einhaltung der Kriterien des Fairen Handels. Sie werden von der Fair Trade Labelling Organisation (FLO) kontrolliert, der internationalen Dachorganisation der nationalen Siegelinitiativen. Damit Schokolade in Deutschland das TransFair-Siegel erhält, müssen festgelegte Bestimmungen erfüllt werden. So darf der Kakao nur bei Produzentenorganisationen gekauft werden, die in einem Produzentenregister verzeichnet sind. In das Produzentenregister können Genossenschaften und Plantagen aufgenommen werden, die Landarbeiterinnen  und Landarbeiter in Dauerstellung beschäftigen und weitere soziale und ökologische Anforderungen erfüllen. Genossenschaften und Plantagenbesitzer verpflichten sich soziale, arbeitsrechtliche und ökologische Mindeststandards einzuhalten. Dazu gehören u. a. eine demokratische Struktur, Abschaffung von Kinderarbeit, das Recht auf sichere und gesundheitlich unbedenkliche Arbeitsbedingungen, das Vermeiden jeglicher Diskriminierung, die langsame Umstellung auf ökologische Anbaumethoden, integrierter Pflanzenbau und Durchführung ökologischer Fortbildungsprogramme. Bei Kaufverträgen gelten festgelegte Mindestpreise, die Handelsbeziehungen sollen langfristig angelegt werden. Der Mindestpreis liegt über dem Weltmarktpreis, damit die Produzenten nicht mehr von den starken Marktschwankungen abhängig sind.

Der Markt für Kakao ist einer der instabilsten: 2001 lag der Weltmarktpreis für eine Tonne Rohkakao bei ca. 850 US-Dollar, im Januar 2002 bei 735 US-Dollar und im Januar 2003 bei 2.360 US-Dollar. Beim zertifizierten fairen Handel zahlen Importeure einen Mindestpreis von 1.750 US-Dollar pro Tonne fair gehandeltem Kakao. Dieser Preis enthält einen Aufschlag von 150 US-Dollar für soziale und ökologische Investitionen, für Kakao aus biologischem Anbau wird ein Aufschlag von 200 US-Dollar gezahlt. Damit beträgt der Rohstoff-Preis für öko-fairen Kakao 1950 US-Dollar pro Tonne. Der Mindestpreis gilt, wenn der Weltmarkpreis unter 1600 US-Dollar pro Tonne fällt. Wenn der Weltmarktpreis über 1.600 US-Dollar pro Tonne steigt, werden 150 US-Dollar mehr gezahlt als der aktuelle Weltmarktpreis.

Die Zutaten für fair gehandelte Schokolade sollten - soweit vorhanden – aus zertifiziertem fairem Handel stammen und auf der Zutatenliste entsprechend gekennzeichnet sein. Da für Schokolade nicht alle Zutaten aus fairem Handel erhältlich sind, müssen mindestens 51 % der Rohstoffe, also Kakao und Zucker, aus fairem Handel stammen. Die übrigen Rohstoffe müssen unter Bedingungen gewonnen und verarbeitet worden sein, die sich mit denen des fairen Handels vereinbaren lassen. Dazu gehören z. B. der Verzicht auf Kinderarbeit und umweltfreundliche Produktion. Für die Verwendung des TransFair-Siegels müssen die Lizenznehmer Gebühren in Höhe von 0,22 Euro pro Kilogramm Schokolade zahlen. Sie werden zusätzlich zum festgelegten Mindestpreis gezahlt und verringern daher nicht das Einkommen der Produzenten.

Die gepa (Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt GmbH) bietet als lizensierter Großhändler seit dem Jahr 2000 Bio-Schokolade mit TransFair-Siegel an. Als Partner arbeitet sie seit Jahren mit dem Genossenschaftsverband El Ceibo aus Alto Beni in Bolivien zusammen. Die El-Ceibo-Genossenschaft liefert ökologisch erzeugte Kakaobohnen und Kakaobutter, der Rohkakao ist z. B. vom Anbauverband Naturland zertifiziert. El Ceibo sichert heute die Existenz von mehr als 5.600 Menschen. Zum Verband gehören 36 Kooperativen mit ca. 800 Mitgliedsfamilien. Von Anfang an haben die Bauern aus finanziellen Gründen weitgehend auf Pestizide und Mineraldünger verzichtet. 1987 wurde mit der Umstellung auf ökologischen Landbau begonnen. Inzwischen werden etwa 65 Prozent der gesamten Produktion nach den Kriterien biologischer Anbauverbände zertifiziert. Maßgebend sind hierfür die Richtlinien der International Federations of Organic Agricultural Movements/IFOAM, des internationalen Dachverbands aller Organisationen des ökologischen Landbaus. In Deutschland wird die öko-faire Schokolade für die gepa von der Ludwig Weinrich GmbH und Co.KG Schokolade- und Pralinenfabrik hergestellt, gemäß den TransFair-Richtlinien ohne den Einsatz von gentechnisch veränderten Zutaten. Der unraffinierte Vollrohrzucker „Mascobado“ für die gepa-Schokolade stammt aus der philippinischen gemeinnützigen Vermarktungsorganisation Alter Trade Corporation (ATC). Mascobado-Zucker ist nicht zentrifugierter Rohzucker aus gekochtem Zuckerrohrsaft und ist inzwischen von Naturland zertifiziert worden. El Ceibo ist seit 1986 Partner von internationalen Fair-Handelsorganisationen. Sie liefern z. B. auch an die Schweizer Claro Fair  Trade AG, die u.a. die Mascao Bio-Schokolade herstellt und vertreibt. Die Claro Fair Trade AG wird von der schweizerischen Fair-Handelsorganisation, der Max Havelaar-Stiftung kontrolliert und zertifiziert. Die Max Havelaar-Stiftung ist ebenso wie TransFair Deutschland Mitglied der FLO. Ein Vertriebspartner für die Mascao Bio-Schokolade in Deutschland ist El Puente. El Puente ist eine Organisation des fairen Handels. Sie unterstützt und fördert Kleinbetriebe und Genossenschaften. Sie besteht aus einem Verein und einer GmbH für Import und Vertrieb. Die Handelskontakte werden von einem unabhängigen Projektpartnerausschuss (PPA) kontrolliert, der sich aus Vertretern der Weltläden und der El Puente e. V. zusammensetzt.

Schokolade mit HAND IN HAND-Siegel
Das Siegel HAND IN HAND ist eine Eigenmarke der Rapunzel Naturkost AG. Es kennzeichnet ökologisch erzeugte und fair gehandelte Produkte, wie z. B. Schokolade, wenn mindestens 50 % der Rohstoffe von HAND IN HAND-Lieferanten stammen. Die HAND IN HAND-Projekte der Firma unterstützen eine Vielzahl von Produzenten für Rohstoffe in Entwicklungsländern. Beide Seiten, Produzenten bzw. Lieferanten und die Firma Rapunzel verpflichten sich vertraglich, die HAND IN HAND-Kriterien einzuhalten. Diese Kriterien orientieren sich u.a. an den Leitlinien für soziale Gerechtigkeit und fairem Handel der IFOAM. Vergeben wird das Siegel von einem Gremium aus Deutscher Umwelthilfe, Kontrollorganisationen und der Rapunzel AG, die Einhaltung der Kriterien wird von unabhängigen Inspektoren ein- bis zweimal jährlich überprüft. Nach den Kriterien für das Siegel muss der Lieferant eine Produktqualität garantieren, die mindestens der EG-Öko-Verordnung oder den Richtlinien anderer Anbauverbände entsprechen. Er muss den Arbeitern den staatlich vorgeschriebenen Mindestlohn zahlen, daneben soziale Absicherungen wie z. B. ärztliche Versorgung, Mutterschutz und Altersvorsorge sicherstellen, die Gleichbehandlung von Frauen und Männern garantieren, menschwürdige und sichere Arbeitsbedingungen gewährleisten, Versammlungsfreiheit zulassen und Kinderarbeit ablehnen. Die Rapunzel Naturkost AG muss im Sinne der HAND IN HAND-Kriterien zu den Lieferanten langfristige Handelsbeziehungen aufbauen, jährlich neu festgelegte Abnahmegarantien einhalten und faire Preise zahlen, die es ermöglichen, Kosten für eine soziale Absicherung und verträgliche Arbeitsbedingungen zu decken. Außerdem zahlt die Firma Rapunzel eine Bio-Prämie, damit die Produzenten ihre Mehrkosten für den biologischen Anbau decken können und unterstützt so den Bio-Anbau. Daneben werden Beratung zu biologischem Anbau, Verarbeitung und Qualitätssicherung gewährleistet. Rapunzel übernimmt die Kosten für die HAND IN HAND-Zertifizierung. Den Kakao für die Schokolade bezieht Rapunzel von El Ceibo aus Bolivien und aus der Kakao-Kooperative Conacado in Bajos de Hania in der Dominikanischen Republik. Sie umfasst 9000 Kleinbauern, von denen mehr als zwei Drittel Kakao nach ökologischen Richtlinien anbauen. Der verwendete Rapadura-Vollrohrzucker kommt aus der Plantage AssukkaR in Costa Rica. Hergestellt wird die Schokolade nach festgelegten Rezepturen von der Schweizer Firma Maestrani. Neben diesen direkten Handelsbeziehungen unterstützt Rapunzel über den HAND IN HAND-Fonds, der von der Deutschen Umwelthilfe verwaltet wird, weitere soziale und ökologische Projekte in den Partnerländern.

Ausführliche Informationen zu Kakao, Kaffee und Tee aus Fairem Handel finden Sie im Themenspecial Genusspflanzen der Tropen auf www.oeko-fair.de.

Autorin: Alexandra Borchard
Artikel entnommen aus Verbraucher konkret 6/2003


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