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Pollenallergie

Wenn die Pollen von Gräsern und Bäumen unterwegs sind, gibt es für Menschen, die auf sie allergisch reagieren, kaum eine Chance zu entkommen.

In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Pollenallergiker verfünffacht. Mittlerweile leiden etwa neun Millionen Menschen in Deutschland an Heuschnupfen, und es werden immer mehr. Die starke Zunahme wird unter anderem auf die höhere Pollenbelastung zurückgeführt. Seit über zehn Jahren geben Blüten immer früher und länger größere Mengen an Pollenallergenen in die Luft ab. Als Ursache hierfür werden Umweltfaktoren, wie zum Beispiel die Abgase von Autos, verantwortlich gemacht.

Die wichtigsten allergieauslösenden Pollen stammen von Birke, Erle, Haselnuß, Roggen und den Kräutern Beifuß und Wegerich.

Pollenkörner sind Zellen mit männlichem Erbgut, die zur Blütezeit in hoher Konzentration in der Atemluft vorhanden sind (vgl. Pollenflugkalender). Eine Roggenähre enthält zum Beispiel über vier Millionen Pollenkörner, ein Haselnußstrauch bringt es auf etwa 600 Millionen Pollen. Diese werden bei trockenem Wetter bis zu mehreren hundert Kilometern weit getragen. Sie gelangen als feinster Staub in die Schleimhäute der Augen und über die Atmung in die oberen Atemwege und führen innerhalb kürzester Zeit zu den Symptomen tränende Augen, Niesen, Fließschnupfen, Husten oder Atemnot. Der Allergiker fühlt sich müde und schlapp, gelegentlich kommt ein leichtes Fieber hinzu. Im Englischen heißt die Allergie auch hay fever.

Die Pollenallergie wird in der Regel als Heuschnupfen bezeichnet. Dieser Begriff ist zum Teil irreführend, da die Allergiker nicht nur auf Heu reagieren. Die Reaktion aber ähnelt den Symptomen eines Schnupfens. Wer im Frühjahr an Schnupfensymptomen leidet, muss deshalb zunächst die Frage klären, ob es sich um eine Erkältung oder eine allergische Reaktion handelt. Typisch für die Pollenallergie ist, dass sie jedes Jahr etwa zur gleichen Zeit auftritt. Nicht selten wird die Erkrankung als verschleppte Sommererkältung verkannt. Doch ist der Heuschnupfen einmal aufgetreten, wird er sich in den ersten zwei bis drei Jahren verschlimmern und dann mit etwa der gleichen Intensität anhalten. Im mittleren Erwachsenenalter bessert sich die Erkrankung meistens und kann dann langsam abklingen. Dies liegt an einer altersbedingten Veränderung des Immunsystems. Dennoch ist Heuschnupfen eine ernstzunehmende Allergie. Denn die Beschwerden der oberen Atemwege können sich auf die Bronchien verlagern. Dann kommt zu den normalen Heuschnupfensymptomen zusätzlich das Pollenasthma hinzu. Dieses kann sich zu einem ganzjährigen Asthma ausweiten. 30 Prozent der Atemwegsallergiker, die nicht entsprechend behandelt werden, entwickeln nach einigen Jahren ein Asthma bronchiale.

Kreuzallergien
Viele Pollenallergiker reagieren auch allergisch auf bestimmte Lebensmittel. Diese Kreuzreaktionen zwischen Pollen- und Nahrungsmittelallergenen sind zum Beispiel sehr intensiv bei Menschen, die auf Baumpollen von Hasel, Erle oder Birke reagieren. Sie sollten auf grüne Äpfel, Wal-, Hasel- und Erdnüsse verzichten. Bei Gräserallergikern sind Reaktionen auf Hülsenfrüchte oder Getreidemehle typisch. Kräuterpollenallergiker wiederum entwickeln oft Symptome nach dem Genuß von rohem Gemüse wie Sellerie oder Gewürzen wie Curry oder Paprika. Nahrungsmittel mit relevanten Allergenen sollten also gemieden, gekocht oder gebraten werden.
 

Tipps für Pollenallergiker

  • In den Pollenflugzeiten nach Möglichkeit nicht tagsüber lüften, sondern erst am späten Abend oder nachts. Jedoch muss beachtet werden, dass ab fünf Uhr morgens die Pollen wieder fliegen. Die Pollenbelastung ist in der Regel auf dem Land in den frühen Morgenstunden am höchsten. Dagegen tritt in der Stadt die Hauptbelastung erst abends auf.
  • Spaziergänge, besonders durch Wiesen und Getreidefelder, sowie Sport im Freien einschränken.
  • Pollenkörner haften gut an der Kleidung und im Haar. Deshalb Wäsche nicht im Freien trocknen und Haare abends waschen oder gut durchbürsten. Die am Tag getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer ablegen.
  • Auf das Rauchen verzichten.
  • Während der Blütezeit der allergieauslösenden Pollen in den Urlaub fahren. Geeignete Ziele sind Hochgebirge und Küstengebiete.


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