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Lebensmittelsicherheit: Zwischen High-Tech und Natürlichkeit

Gesundheit und Genuss, Appetitlichkeit und Bequemlichkeit, Umweltverträglichkeit und Sicherheit – die Anforderungen an Lebensmittel sind vielseitig. Lebensmittelqualität wird dabei von Verbraucherseite als selbstverständlich vorausgesetzt.

Der Verdrängungswettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel tobt und wird vor allem über den Preis geführt. Verbraucherinnen und Verbraucher freuen sich über sinkende Preise (1999 –1,2%) und geben für Nahrungsmittel immer weniger ihres Haushaltseinkommens aus. In der alltäglichen Versorgung scheint nur noch der Preis zu zählen.

Ein zeitgemäßer Trend heißt Convenience. Nicht nur im Handwerk, der Gastronomie oder in Kantinen. Auch der Endverbraucher greift hier zu. 80-90% aller verzehrten Lebensmittel sind heute industriell verarbeitet, der Pro-Kopf-Verbrauch bei Tiefkühlprodukten liegt mittlerweile - ohne Eis und Rohgeflügel – bei 2,5 kg. Und Fertig- und Tiefkühlprodukte gibt es auch schon in Bioqualität, der Trend dürfte sich also noch verstärken.

Doch Verbraucherinnen und Verbraucher erwarten nicht nur günstige Preise, Bequemlichkeit oder die flächendeckende Verfügbarkeit rund um das Jahr. Gefragt ist mehr als Vielfalt, Genuss oder Prestige. (Standard-)Qualität wird dabei von Konsumenten als selbstverständlich vorausgesetzt.

Nun existiert der Verbraucher nicht, vielmehr haben wir es mit widersprüchlichen und verunsicherten Konsumenten zu tun. Beispielsweise mit erheblichen Unterschieden zwischen geäußerter Einstellung und tatsächlichem Verhalten oder mit Vorurteilen gegenüber industriell hergestellten Produkten.

Sicherheit ist also ein Begriff, der vor dem Hintergrund unterschiedlicher Wert- und Wissenshintergründe verschieden ausgelegt wird. So verstehen Konsumenten unter Sicherheit unverfälschte oder traditionelle Produkte, Wissenschaft und Wirtschaft dagegen eher die technische Kontrolle und die Beherrschung der Natur. Dem subjektiven Verbrauchergefühl, die Produkte seien unsicherer geworden, steht die Aussage der anderen Seite gegenüber, die auf gestiegene Hygiene oder Qualitätskontrollen verweist.

Vertraute Lebensmittel und gewohnte Markenprodukte werden aufgrund positiver Erfahrungen von Konsumenten als sicher wahrgenommen. Authentizität (z.B. Naturbelassenheit, wenig Verarbeitung), Qualität (z.B. Geschmack aus natürlichen Rohstoffen und nicht aufgrund technologischer Fertigkeiten), Regionalität, Vertrauen (z.B. durch Vorbilder, Prüfsiegel) tragen dazu bei. Als Bedrohung wird dabei u.a. Künstlichkeit, Globalisierung oder eine Entmündigung bei der Nahrungswahl wahrgenommen. Deutlich verstärkt wird diese Verunsicherung noch durch die diversen Lebensmittelskandale.

Transparenz wagen
Wo nicht ausreichend kommuniziert wird, regiert das Misstrauen. Mehr Transparenz heißt gesicherte und nachvollziehbare Angaben zur Lebensmittelproduktion. Sie ist die Voraussetzung für Kaufentscheidungen mündiger Verbraucherinnen und Verbraucher, die ihrer Wertorientierung und ihren individuellen Präferenzen entsprechen. Offenheit in Bezug auf die Qualität von Lebensmitteln umfasst dabei den gesamten Bereich von der landwirtschaftlichen Erzeugung über alle Verarbeitungsstufen bis hin zur Vermarktung. Ohne diese Offenheit und allgemein zugängliche Informationen wird es kein Vertrauen in die Lebensmittelsicherheit geben. Als Grundlagen für eine höchstmögliche Transparenz in der Lebensmittelproduktion fordert die VERBRAUCHER INITIATIVE deshalb:
 


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