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Interview mit Ulrike Höfken

Ulrike Höfken ist agrar- und verbraucherpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag. Seit 1998 ist sie stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten. Die Diplomlandwirtin gehörte zu den Mitbegründern der VERBRAUCHER INITIATIVE .

VERBRAUCHER INITIATIVE: Derzeit wird viel von einer Agrarwende geredet. Was heißt das für Sie?

Ulrike Höfken: Agrarwende heißt für uns eine Neuorientierung der Agrarpolitik hin zu einer verbraucher- und umweltorientierten Produktion. Alle Direktzahlungen an die Landwirtschaft sollen konsequent an die Einhaltung definierter Standards geknüpft werden. Dazu gehören: Umwelt- und naturschonende Produktionsweise, artgerechte und flächengebundene Tierhaltung, Standards für und klare Kennzeichnung von Futtermitteln, lückenlose Herkunftskennzeichnung vom Stall bis zur Ladentheke und Verzicht auf den Einsatz von Gentechnik.

V.I.:Rot/grün hat die Weichen für mehr Verbraucherpolitik gestellt. Was sind für Sie die wichtigsten Punkte?

Höfken: Der Verbraucherschutz muss gestärkt, besser ausgestattet sowie schlagkräftiger organisiert werden. Insbesondere im Lebensmittelbereich muss endlich von den VerbraucherInnen her gedacht und ihre Interessen zum Maßstab der Politik gemacht werden; dazu haben wir eine Reihe konkreter Vorschläge gemacht. Darüberhinaus muss die Verbraucherpolitik aber generell verbessert werden. Moderne Verbraucherpolitik will - wie die emanzipierten VerbraucherInnen selbst - mehr als "geschützt" werden, nämlich selber gestalten und selber mitbestimmen. Zu den jetzt nötigen Maßnahmen gehören: Neuorganisation und Bündelung des staatlichen Verbraucherschutzes u.a. durch ein eigenes Bundesamt für Verbraucherpolitik, verbesserte Koordination zwischen Bund, EU und Bundesländern, Stärkung des Einflusses des unabhängigen Verbraucherschutzes und der Verbraucherzentralen, Erhöhung der Haushaltsmittel für den Verbraucherschutz und die Verbraucheraufklärung, Aufnahme von Gesundheits- und Ernährungsunterricht in allen geeigneten Ausbildungssystemen.

V.I.: Rot/grün wird natürlich unter Druck der Agrarlobby geraten. Wie kann denn gegengesteuert werden?

Höfken: Wir machen nicht Politik gegen jemanden sondern für die VerbraucherInnen und für eine zukunftsfähige Landwirtschaft. Es ist auch im Interesse der Bauern und einer an nachhaltiger Produktion interessierten Lebensmittelwirtschaft, wenn wir jetzt die Wettbewerbsbedingungen für eine verbraucher- und umweltorientierte Qualitätsproduktion verbessern.


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