Mehr als nur Essen
Eine ganzheitliche Ernährungsweise versucht, neben den gesundheitlichen auch die gesellschaftlichen und ökologischen Aspekte unserer Ernährung zu berücksichtigen.
Die Gesundheit ist von unserer Ernährungsweise nicht zu trennen. Zu üppiges, zu fettes und zu süßes Essen und Trinken können zu mangelndem Wohlbefinden sowohl in körperlicher, seelischer und sozialer Hinsicht führen. Zudem hat der erhebliche Anstieg ernährungsabhängiger Krankheiten (wie Karies, Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen) einen ebenso erheblichen Anstieg der Therapiekosten zur Folge.
Die beste Vorbeugung ernährungsabhängiger Krankheiten ist der Verzehr einer überwiegend pflanzlichen, ballaststoffreichen Kost mit hoher Nährstoffdichte. Die Vollwert-Ernährung nach Leitzmann geht noch einen Schritt weiter und empfiehlt möglichst frische, wenig verarbeitete Lebensmittel, um den Wert der Nahrung und den natürlichen Geschmack der Nahrungsmittel möglichst gut zu erhalten.
Zwischen Umwelt und Ernährung bestehen wechselseitige Beziehungen: Die Produktion der Lebensmittel beeinflusst die Umwelt, diese wiederum die Qualität der Lebensmittel:
- die Herstellung von Pestiziden und Mineraldüngern, aber auch die Verarbeitung der Lebensmittel erfordert einen hohen Einsatz von Rohstoffen und Energie und hat einen erhöhten Emissionsausstoß zur Folge (Ernährung -> Umwelt)
- die Ausbringung chemischer Dünger und Pflanzenschutzmittel ins Ökosystem bewirkt, dass Rückstände davon im Boden bleiben und von da auf die Pflanzen und Tiere, aber auch aufs Grundwasser übergehen (Umwelt -> Ernährung)
Gesellschaftlich wirken sich Ernährungsweise und Lebensmittelproduktion vor allem auf die Erzeuger aus:
- Kleine und mittlere bäuerliche Betriebe haben Existenzprobleme, weil sie mit der Massenerzeugung der Agrarfabriken nicht konkurrieren können und der Preisverfall für Lebensmittel ihr Einkommen empfindlich schmälert.
- Futtermittelimporte aus Entwicklungsländern führen dort zu einer Verdrängung der Grundnahrungsmittel von den Anbauflächen.
- Bei der Umwandlung pflanzlicher Futtermittel in tierische Lebensmittel gehen 65 bis 90 Prozent der Nahrungsenergie verloren.
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