Die Grundsätze der Vollwert Ernährung
Bei der praktischen Umsetzung der Vollwert-Ernährung steht die Lebensmittelauswahl im Vordergrund und nicht, wie in der klassischen Ernährungswissenschaft, die Zufuhr einzelner Nährstoffe.
Deshalb macht die Umsetzung der Vollwert-Ernährung auch so viel Spaß: Man geht direkt mit leckeren, frischen Lebensmitteln um, die automatisch ausreichend Nährstoffe liefern. Und ein Lebensmittel ist mehr als die Summe seiner Inhaltsstoffe. Nicht nur der Gesundheitswert (also der Gehalt an essentiellen Nährstoffen) bestimmt die Qualität eines Lebensmittels. Auch Genuss- und Eignungswert werden berücksichtigt, ebenso psychologische, ökologische, soziokulturelle, ökonomische und politische Werte.
Um Ihre Gesundheit zu erhalten, sollten Sie
- pflanzliche Lebensmittel bevorzugen. Verarbeiten Sie sie so wenig wie möglich und betrachten Sie tierische Lebensmittel nur als Ergänzung.
- etwa die Hälfte Ihrer Nahrung als unerhitzte Frischkost verzehren. Beachten Sie aber, dass manche Lebensmittel in rohem Zustand unverdaulich (Kartoffeln) oder sogar giftig (Bohnen) sind.
- Nahrungsmittel vermeiden bzw. einschränken, die chemische Zusatzstoffe enthalten.
Um die Umwelt zu erhalten, sollten Sie
- Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft bevorzugen - möglichst Lebensmittel regionaler Herkunft und entsprechend der Jahreszeit verzehren
- durch die Unterstützung umweltfreundlicher Technologien zur Verminderung von Energieverbrauch und Schadstoffausstoß der Lebensmittelindustrie beitragen.
Um die soziale Gerechtigkeit zu fördern, sollten Sie
- Veredelungsverluste durch geringeren Verzehr tierischer Lebensmittel verringern
- den Fairen Handel unterstützen.
Grundsätzlich gilt:
- Bevorzugen Sie Getreide und Getreidegerichte aus Vollkorn, also Vollkornbrot statt Weißbrot, ungeschälten statt polierten Reis
- Verzehren Sie reichlich Obst und Gemüse, möglichst als unerhitzte Frischkost
- Beziehen Sie häufig Kartoffeln und Hülsenfrüchte in den Speiseplan ein
- Verwenden Sie hochwertige Fette und Öle wie kaltgepresste Pflanzenöle oder Butter
- Trinken Sie Frischmilch (pasteurisierte oder Vorzugsmilch) statt H-Milch
- Essen Sie Fleisch, Fisch und Eier, wenn überhaupt, nur ein- bis zwei Mal pro Woche
- Verzehren Sie Zucker und Alkohol nur selten und in kleinen Mengen.
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