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TBT

Tributylzinn (TBT) und andere zinnorganische Verbindungen werden trotz der schon seit vielen Jahren vorliegenden Erkenntnisse über ihre schädlichen Effekte für Menschen und Umwelt nach wie vor als Biozid verwendet.

TBT ist akut giftig und stark reizend, kann über die Haut aufgenommen werden und sowohl die Leber als auch das Nervensystem schädigen. Außerdem steht die Substanz seit langem im Verdacht, hormonell wirksam zu sein.

TBT in Lebensmitteln
Bis zu 80 Prozent der organischen Zinnverbindungen werden als Antifoulingmittel eingesetzt, um den Bewuchs von Schiffen durch Algen und Muscheln zu verhindern. Aus den Schiffsanstrichen wird diese Chemikalie freigesetzt und belastet die Meeresumwelt. TBT und andere zinnorganische Verbindungen sind persistent, d.h. sie sind sehr langlebig und werden in der Umwelt nur schwer abgebaut, somit können sie sich in der Umwelt anreichern. Über die Lebensmittel (Fisch, Muscheln, Krabben) gelangt TBT auch auf unsere Teller.

Untersuchungen von Meeresfischprodukten haben gezeigt, dass alle handelsüblichen Fertiggerichte mit TBT belastet waren (gemessene Höchstmenge: 27 Mikrogramm pro Kilogramm). Fast alle Konserven enthielten zudem auch Dibutylzinn und Monobutylzinn (DBT und MBT). Nur Fisch aus Seen ohne Schiffsverkehr und aus Zuchtteichen ist mit großer Wahrscheinlichkeit geringer belastet.

TBT in Textilien
Offensichtlich wurde die gefährliche Chemikalie auch bei der Herstellung oder Ausrüstung von Freizeit- und Sportbekleidung (Socken, Radlerhosen, Fussballtrikots, u.ä.) eingesetzt, um die Entstehung von Schweißgeruch zu unterbinden. Nach Ansicht der VERBRAUCHER INITIATIVE ist dies überflüssig, da normales Pflegen und Waschen der Kleidung dazu vollkommen ausreicht.
Die VERBRAUCHER INITIATIVE macht darauf aufmerksam, dass TBT sich nur relativ schwer im Wasser löst. Die giftige Chemikalie dürfte daher auch nach mehrmaligem Waschen noch in der Faser sein.

TBT in Windeln
Im Sommer 2000 sorgten Meldungen über eine Belastung von Babywindeln verschiedener Hersteller mit zinnorganischen Verbindungen wie TBT, DBT (Dibutylzinn) und MBT (Monobutylzinn) erneut für eine Diskussion über den Eintrag von giftigen Stoffen in die Umwelt.

In den von Greenpeace durchgeführten Untersuchungen wurde TBT in Babywindeln nachgewiesen. Die gefundenen Konzentrationen lagen zwischen 2,7 und 53,6 Mikrogramm pro Kilogramm Windelmaterial und damit im Bereich der durchschnittlichen TBT-Belastung von Lebensmitteln wie Fischen und Muscheln. Die tolerierbare Tagesdosis dieser Chemikalie hat die Weltgesundheitsorganisation auf 0,25 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt.

Die höchsten Gehalte in Windel wurden in Bündchen gefunden, die nur wenig Kontakt mit der Kinderhaut und dem Urin haben. Von einer gesundheitlicher Gefahr für die Kinder konnte man nicht ausgehen, da die zinnorganischen Verbindungen aus den Bündchen herausgelöst und von der Kinderhaut aufgenommen werden müssten.


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