Textilien

Textilien schlagen mit einem hohen Energieverbrauch zu Buche. So reist z.B. ein Kleidungsstück durchschnittlich 19.000 km durch die Welt.

Vor allem billige Kleidung kommt oft von weit her, da sie in den so genannten Billiglohnländern der „Dritten Welt“ produziert wird. Außerdem werden bei der Textilproduktion die verschiedensten Chemikalien eingesetzt (z.B. Pestizide beim Baumwollanbau, optische Aufheller oder z.T. giftige Azofarbstoffe), die die Grundwasserqualität, aber auch die Gesundheit von Arbeiterinnen und Arbeitern in den Herstellerländern beeinträchtigen können.

Doch Textilarbeiter in der „Dritten Welt“ haben nicht nur mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen. Sie arbeiten unter zum Teil ausbeuterischen Bedingungen bis zu 12 Stunden am Tag für Löhne, die zum (Über)Leben nicht reichen. Und wenn sie für den einheimischen Markt arbeiten, wird ihnen dieser durch – eigentlich gut gemeinte – Kleiderspenden aus den Industrieländern zerstört: Die oft guterhaltenen Altkleider werden von kommerziellen Sammlern aufgekauft. Die besten Stücke werden an  Secondhand-Läden weiterverkauft, doch rund 30 Prozent der Kleidungsstücke landen in afrikanischen Ländern, wo sie zu Preisen verkauft werden, die unter denen der einheimischen Produkte liegen, aber immer noch zu teuer sind, als dass die wirklich Armen sie sich leisten könnten.
 

Tipps für Ihren Alltag:

  • Kaufen Sie nicht nur nach der Mode, sondern wählen Sie auch zeitlose Kleidungsstücke von guter Qualität. Viele spontane Einkäufe auf der Schnäppchenjagd leeren den Geldbeutel ebenso wie die kleinere Auswahl von hochwertigen Kleidungsstücken.
  • Achten Sie auf eine möglichst ökologische Verarbeitung der Kleidungsstücke. Einen Mindeststandard garantieren Zeichen wie „Öko-Tex Standard 100. Textilien mit diesem Zeichen enthalten keine krebs- oder allergieauslösenden Farbstoffe. Für Pestizidrückstände, Formaldehyd, Schwermetalle und chlororganische Verbindungen gibt es Grenzwerte.
  • Wählen Sie Kleidungsstücke, die leicht zu pflegen sind: Auch chemisches Reinigen belastet die Umwelt.
  • Wenn Sie Kleidungsstücke möchten, die entlang der ganzen Produktionskette nach ökologischen und sozialverträglichen Richtlinien hergestellt werden, sollten Sie es einmal mit Naturtextilien versuchen. Solche Kleidungsstücke erkennen Sie am Gütesiegel „Naturtextil“ mit strengsten ökologischen und sozialen Standards.
  • Geben Sie Altkleider nicht an kommerzielle Sammler ab. Wenn eine karitative Organisation die Sammlung durchführt, sollten Sie sich vorher erkundigen, ob die Kleider danach weiterverkauft oder wirklich an Bedürftige abgegeben werden. Stellen Sie Ihre Altkleider stattdessen Kleiderkammern oder Arbeitslosenprojekten zur Verfügung, oder verkaufen Sie sie im Secondhand-Laden.


Broschüre „Naturtextilien“: Informationen zu Naturtextilien
Label online: Informationen über die Gütesiegel „Naturtextil“ und „Öko-Tex-Standard 100“
Übersicht der Naturtextil-Anbieter
Dachverband FairWertung: Informationen zum Altkleider-Export


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