Wohin mit alten Bodenbelägen?
Vor dem Einbau eines neuen Bodenbelags
stellt sich zumeist die Frage, was mit dem alten geschieht.
Ist er noch
fest und eben, kann der neue Fußboden möglicherweise direkt
aufgelegt werden. Muss der alte Belag ausgewechselt werden, bereitet die
Entsorgung oft einiges Kopfzerbrechen. PVC, Polyolefin, Linoleum oder
Kork-Beläge können in der Regel über den Sperrmüll
entsorgt werden.
Parkett, Dielen oder Fliesen
gelten in der Regel als Bauschutt und müssen gesondert entsorgt werden.
Um Probleme zu vermeiden, sollte immer zunächst die Abfallberatung
befragt werden. Wichtig ist dabei auch auf eventuell vorhandene Verschmutzungen
mit alten Klebern hinzuweisen.
Ein funktionierendes Recyclingsystem
gibt es bei Bodenbelägen allenfalls versuchsweise. Vorsicht ist insbesondere
bei altem PVC geboten: Bis zu Beginn der 80er Jahre wurde dem Faserrücken
von PVC-Platten Asbest beigesetzt. Derartige Platten müssen als Sondermüll
von einem Fachbetrieb entsorgt werden.
Einer besonderen Behandlung bedürfen
auch alte Parkettböden, da sie mit krebserzeugenden PAK belastet
sein können. Das Kürzel PAK steht für Polyzyklische aromatische
Kohlenwasserstoffe. Diese Substanzen wurden in bitumenhaltigen Parkettklebern
aus den 50er und 60er Jahren entdeckt. So verklebtes Parkett, das in die
Jahre gekommen ist, wird zur potentiellen Gefahrenquelle. Unter gelockerten
Parkettteilen wird Klebermasse durch Trittbelastung zermahlen und gelangt
über die Fugen in Raumluft und Hausstaub. Die Bewohner nehmen freigesetzte
PAK’s dann über Atemluft, Nahrung oder durch Hautkontakt auf. Besonders
kleine Kinder sind gefährdet, wenn sie auf dem Fußboden spielen
und aufgewirbelten Staub einatmen.
Ist zu befürchten, dass unter
altem Parkett bitumenhaltiger Kleber steckt, ist Expertenrat gefragt. Verdächtig
ist Kleber, wenn seine dunkle Farbe auf Teer- bzw. Bitumenanteile hinweist
und das Parkett vor Ende der 60er Jahre verlegt wurde. Er sollte dann in
einem Labor geprüft werden. Werden die Fachleute fündig, muss
- in Abhängigkeit von Probenbelastung und Parkettzustand - saniert
werden. Im einfachsten Fall lässt sich altes Parkett mit neuen, abdichtenden
Belägen überdecken. Wer sich von dem Parkett nicht trennen möchte,
kann offene Fugen mit speziellen Pasten abdichten und anschließend
neu versiegeln. Hat der Holzboden ohnehin ausgedient, ist der Austausch
durch eine Fachfirma die beste Lösung.
Weitere Informationen über die
Umwelt- und Gesundheitsaspekte von glatten Bodenbelägen finden Sie
in der Broschüre
„Glatte Bodenbeläge. Vom Naturstoff bis zum Chemiecocktail“
Glatte
Bodenbeläge im Vergleich
Der richtige Bodenbelag sorgt für
Wohnlichkeit, ein angenehmes Raumklima und fördert unser Wohlbefinden.
Fast jeder zweite Käufer setzt dabei auf einen glatten Belag. Die
Materialpalette ist hier äußerst groß: Fliesen, Naturstein,
Holzdielen, Parkett, Laminat, Linoleum, Kork und verschiedene Kunststoffe
werden in unterschiedlichsten Farben und Mustern angeboten. Da ist für
jeden Anspruch und jeden Geldbeutel etwas dabei.
Doch welcher Belag passt wo am besten
hin? Wie sieht es mit Preis und Haltbarkeit aus? Wie mit Schadstoffen?
Einen Überblick bietet die folgende Auflistung.
Weitere Informationen über Umwelt-
und Gesundheitsaspekte, Qualitätsmerkmale und Gütezeichen glatter
Bodenbeläge bietet die Broschüre
„Glatte Bodenbeläge. Vom Naturstoff bis zum Chemiecocktail“
Bode nbela g |
Gesundheits-/ Umwelthinweis |
Einsatzbereiche |
Haltbarkeit Nutzungsdauer |
Kosten |
Fliese n (Kera mik) |
ältere, im Ausland hergestellte Fliesen evtl. mit uranhaltiger Glasur, Tongewinnung u.U.
umweltbelastend |
gesamter Wohnbereich, besonders geeignet für Feuchträume (Bad, WC), Küche und Eingangsbereich
|
bis zu 80 Jahre, sehr strapazierfähig |
Anschaffung teuer, bezogen auf gesamte Nutzungsdauer aber günstig |
Holz (Diel en, Park ett) |
Umweltverträglich nur aus einheimischem Holz und Holz mit FSC-Siegel, Fertigparkett kann
Formaldehyd enthalten |
gesamter Wohnbereich außer Feuchträume |
sehr reparaturfreudig, mehrmals abschleifbar, Dielen und Massivholzparkett : 50 Jahre und
mehr;Fertigparket t: abhängig von Dicke der Nutzschicht, mehrere Jahrzehnte |
Fertigparkett in Anschaffung teurer als Laminat, insgesamt günstiger wegen längerer Lebensdauer
|
Kork |
Ausdünsten von Formaldehyd und Phenol aus synthetischen Bindemitteln möglich, „Kork-Logo“
garantiert Unbedenklichkeit, verbessert das Raumklima |
gesamter Wohnbereich, Feuchträume eingeschränkt, besonders für Kinderzimmer empfehlenswert da
fußwarm |
Abhängig von der Dicke, durchaus mehrere Jahrzehnte |
oberes Preissegment, starke Schwankungen in Abhängigkeit von Rohstoffangebot |
Lami nat |
Vereinzelt Formaldehyd-Emiss ion möglich |
gesamter Wohnbereich außer Feuchträume |
etwa 15 Jahre,
verkratzt mit der Zeit, Reparaturen kaum möglich |
Preis stark abhängig von Qualität |
Linole um |
Raumklima bei Linoleum ohne Oberflächenversieg elung besser, überwiegend nachwachsende
Rohstoffe, keine bedenklichen Inhaltsstoffe |
gesamter Wohnbereich außer Feuchträume |
30 Jahre und mehr |
gehobene Preisklasse, aber haltbar |
Natur stein |
Tiefengesteine wie Granit und Basalt mit höherer natürlicher Radioaktivität, Steingewinnung u.U.
umweltbelastend |
alle Innenräume |
nur bessere Qualitäten erhältlich, mehrere Jahrzehnte |
mittleres bis gehobenes Preisniveau |
Polyo lefin |
Ohne Weichmacher, umweltverträgllicher als PVC |
alle Innenräume |
nur bessere Qualitäten erhältlich, mehrere Jahrzehnte |
mittleres bis gehobenes Preisniveau |
PVC |
Enthält krebsverdächtige und das menschliche Hormonsystem beeinflussende Weichmacher, gefährlich
im Brandfall |
alle Innenräume, weniger geeignet für Kinder- und Schlafzimmer |
stark abhängig von der Qualität, schlechte Qualitäten weniger als zehn Jahre |
in minderwertiger Qualität deutlich unter 10 DM |
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Teppichsiegel
- Was sie aussagen
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