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Wasser-und Naturharzlacke

Alles im grünen Bereich?

Sowohl Naturharzlacke als auch die mit dem Umweltzeichen "Blauer Engel" versehenen "schadstoffarmen Lacke" entstammen dem Versuch, die gesundheitsschädlichen organischen Lösemittel zu ersetzen. In "Blaue-Engel-Lacken" wird ganz überwiegend Wasser als Lösemittel eingesetzt, während in Naturharzlacken aus der Natur gewonnene Substanzen verwendet werden, etwa Terpentinöle oder Citrusschalenöle. Die wasserverdünnbaren Umweltzeichen-Lacke mit geringen Lösemittelanteilen haben sich in Baumärkten durchgesetzt. Ihr Marktanteil beträgt  rund 70 %. Wer Naturharzlacke aus Naturstoffen will und Wert auf eine vollständige Deklaration der Inhaltsstoffe legt, wird hingegen im Öko-Baumarkt fündig.

Was ist Lack?
Acryllacke
Naturharzlacke
Tipps fürs richtige Lackieren


Lack besteht im allgemeinen aus Pigmenten, Bindemitteln und Lösemitteln. Die Pigmente müssen wischfest an den Untergrund und aneinander gebunden werden, das ist die Aufgabe des Bindemittels. Es verdunstet nicht und bestimmt Härte und Glanz des Lackes. Um den Untergrund vor Feuchtigkeit schützen zu können, muss es wasserabweisend und wasserunlöslich sein – sonst wäre die Farbe abwaschbar. Aus diesem Grund sind Bindemittel von Lacken in der Regel entweder synthetische oder natürliche Harze, Öle oder Fette, die sich nur mit organischen Lösemitteln verdünnen lassen.

Das Lösemittel macht diese Masse streichbar und flüssig, so dass auch kleine Unebenheiten des Untergrundes ausgefüllt werden – es verdunstet beim Aushärten des Lacks. Lösemittel stellen aber nicht nur ein gesundheitliches, sondern auch ein Umweltproblem dar, da sie in großen Mengen in die Atmosphäre gelangen und ihre Reaktionsprodukte pflanzenschädigend sein können.  Sie tragen zur Bildung bodennahen Ozons bei.

Während Naturharzlacke einen Lösemittelanteil von ca. 20 - 50 % aufweisen, kommen lösemittelarme Dispersionslacke heute mit 10 % Lösemitteln oder weniger aus.  Hilfsstoffe, wie Emulgatoren, Verlaufsmittel, Antischaummittel und Konservierungsmittel, steuern Trocknung und Eigenschaften des Lacks bzw. machen wasserlösliche Lacke haltbar.

Acryllacke
Dispersionslacke bzw. Acryllacke enthalten oftmals bis zu 10 % organische Lösemitteln. Als Bindemittel werden Acrylharze verwendet. Durch eine verbesserte Lackrezeptur kann der Lösemittelanteil weiter verringert werden.
Beim Umweltzeichen wurden zum Jahresbeginn 1997 die Vergabegrundlagen verschärft. Seitdem sind "Blaue-Engel-Lacke" in Gruppen aufgeteilt, z.B. für Vorlacke, Holzlasuren, Grundierungen, für die jeweils maximale Lösemittelgehalte zwischen 2 % und 15 % vorgeschrieben sind (s. Tabelle).
Das Umweltzeichen steht darüber hinaus für die Vermeidung bestimmter gesundheitsschädlicher Stoffe wie krebserzeugender, erbgutverändernder oder embryotoxischer Substanzen und giftiger oder sehr giftiger Stoffe. Bestimmte andere Stoffe dürfen nur in Höchstmengen vorhanden sein, so etwa Mikrobizide, die nur zu Konservierungszwecke eingesetzt und höchstens 0,5 % ausmachen dürfen. Ansonsten ist die Zugabe von Bioziden ausgeschlossen.

Anteil an flüchtigen organischen Stoffen (VOC) in Lacken/Lasuren mit dem "Blauen Engel"
 
x Lack-/Lasurtyp Max. Anteil von VOC
Gruppe I Tiefgrund, penetrierende Primer und Produkte mit einem Festkörpergehalt < 20 % 2 Gew.-%
Gruppe II  Vorlacke, Klarlacke, Parkettlacke, Bodenanstrichstoffe, Universalgrundierungen und Produkte mit einem Festkörpergehalt >= 20 % 8 Gew.-% 
Gruppe III  Holzlasuren mit einem Festkörpergehalt < 30 % 
Holzlasuren mit einem Festkörpergehalt >= 30 %
8 Gew.-% 
10 Gew.-%
Gruppe IV  Wasserverdünnbare Lacke, Weiß- und Buntlacke mit einem Festkörpergehalt > 40%  10 Gew.-% 
Gruppe V High Solid-Lacke mit einem Festkörpergehalt >= 85 %  15 Gew.-% 

Naturharzlacke
Naturharzlacke sind etwas teurer, haben aber eine sehr gute Deckwirkung und haften auf allen alten Anstrichen. Sie werden auf Naturbasis hergestellt, allerdings ist der Begriff "Naturharzlack" nicht rechtlich geschützt, so dass auch modifizierte Harze zum Einsatz kommen können.
Als Lösemittel werden Pflanzengeiste, ätherische Öle und Gärungsalkohol eingesetzt. Ihr Anteil liegt in Naturharzlacken oftmals bei 20 bis 50 %, so dass sie von der Vergabe des "Blauen Engels" ausgeschlossen sind. Als Bindemittel dienen Pflanzenharze wie Kiefern- oder Lärchenharz, Harze des Pinien- (Kolophonium) oder des Dammar-Baumes (Dammar). Auch Konservierungsmittel und andere Additive in Naturfarben sind natürlichen Ursprungs. Die Pigmente in Naturfarben werden aus Pflanzen (z.B. Rot aus der Krappwurzel, Blau aus dem Indigostrauch) und Erden (Ocker, Umbra) gewonnen. Dazu kommen noch Mineral-Pigmente (Ultramarin, Neapelgelb) und organische Pigmente.
Der natürliche Ursprung der verwendeten Substanzen ist nicht gleichbedeutend mit ökologischer oder gesundheitlicher Unbedenklichkeit. So unterscheidet weder die Natur noch der menschliche Körper zwischen natürlichen und synthetischen Lösemitteln.Grundsätzlich können auch Naturstoffe daher Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schleimhautreizungen auslösen. Auch werden einige in Naturharzlacken eingesetzten Stoffe als allergieauslösend eingestuft, etwa delta-3-Caren, Citrusschalenöl oder Terpentinöl. Außerdem tragen auch die natürlichen Lösemittel zur Bildung von Ozon und damit zur Entstehung von "Sommersmog" bei.
 

Tipps fürs richtige Lackieren

Wer die Gefährdung der eigenen Gesundheit und der Umwelt beim Lackieren reduzieren will, der sollte Lacke mit Umweltzeichen oder Naturharzlacke vewenden. Beide Arten sind gegenüber konventionell erzeugten Lacken verträglicher. Unbedenklich ist jedoch kein Lack. Deshalb sind immer Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. So sollte bei Lacken durchweg darauf geachtet werden, dass

  • sie für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden,
  • Spritznebel nicht eingeatmet werden
  • nur bei guter Belüftung verarbeitet werden
  • nicht in die Kanalisation, Gewässer oder Erdreich gelangen dürfen
  • nur restentleerte Dosen zum Recycling gegeben und
  • noch flüssige Reste bei der Sammelstelle für Altlacke abgeben werden.
Darüber hinaus können folgende Tipps weiterhelfen:

Der Kauf

  • Die meisten Anstriche kann man mit lösemittelarmen Lacken durchführen.
  • Lacke für die Außenanwendung sind meist harte, wetterfeste Kunstharz- oder Alkydharzlacke und enthalten mehr Chemie als Anstriche „nur für innen“ . Hierfür sollte man schwermetallfreie und fungizidfreie Lacke verwenden.
  • Auf Biolacken sollten die Inhaltsstoffe vollständig angegeben sein.
  • Wenn auf alten Alkydharzlack ein neuer, wasserverdünnbarer Acryllack aufgebracht werden soll, muss man die Haltbarkeit prüfen.
Rund ums Streichen
  • Vor dem Streichen sollte der Untergrund gut vorbereitet und die Umgebung abgedeckt werden - das erspart später den Einsatz von Verdünner. Schwungvolle Anstreicher sollten Terpentinöl für die Umgebung bereithalten, Kleckerer mit Handschuhen arbeiten. Das Ergebnis bestimmen Geduld und ein guter Pinsel.
  • In jedem Fall muss das Fenster auf und wenn möglich Durchzug gemacht werden. Übrigens: je wärmer es ist, desto schneller sind die Lösemittel verdunstet.
  • Nach getaner Arbeit sollten die Überreste aus Anstricharbeiten in den Sondermüll. Gebrauchte Dosen stellt man auf den Kopf, Pinsel ins Wasser und, wenn sie mit einer festen Lackschicht umzogen wurden, nicht tagelang ins Lösemittel, und schon gar nicht in Pinselreiniger, sondern gibt sie in den Sondermüll. Gute und teure Pinsel reinigt man am besten rechtzeitig mit wenig Terpentinöl oder fettlösendem Spülmittel. Auch wasserverdünnbare Lacke gehören nicht in die Toilette


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An keinem anderen Ort sind so viele Menschen beschäftigt wie im Büro. Sie sind umgeben von Möbeln und Technik, gehenüber verschiedene Fußbodenbeläge und heften Notizen an die Wände. So selbstverständlich dies in ihrer unmittelbaren Arbeitsumgebung ist, so lohnend erscheint ein Blick auf die gesundheitliche undökologische Qualität von Einrichtung, Fußbodenbelägen, Wandfarben und Tapeten sowie Reinigungsmitteln. Mit der Arbeit im Büro gehen eine Reihe körperlicher Belastungen einher: Viele Stunden Konzentration auf Texte, Entwürfe oder Tabellen brauchen eine Menge Energie, das lange Sitzen wirkt sich auf den Bewegungsapparat aus. Zu vielen unterschiedlichen Themenfeldern stellen wir Ihnen Informationen zur Verfügung. (24 Seiten, Februar 2008)

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