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Der erste Schritt zum Biogarten

Ein Biogarten bietet durch einheimische Pflanzen und Sträucher möglichst vielen Insekten und Vögeln genügend Nahrung und Lebensraum.

Eine organische Düngung, zahlreiche Nützlinge und widerstandsfähige Pflanzenarten, die die optimalen Boden-, Licht- und Wasserverhältnisse vorfinden, sind charakteristisch. Aber: Ein Biogarten braucht genau so viel Pflege wie ein Ziergarten.

Der Boden
Die richtigen Lichtverhältnisse
Kompost und Reisighaufen
Schmetterlinge und andere Gäste
 

Der Boden

Die Eigenschaften des Bodens lassen sich nur langsam und graduell verändern. Die richtige Auswahl von Pflanzen ist deshalb besonders wichtig. Leichter Sandboden ist nährstoffärmer, tendenziell trockener und erwärmt sich im Frühjahr schneller. Kompost, lehmhaltige Erde oder Tonmehl verbessern das Speichervermögen für Nährstoffe und Wasser. Hier gedeihen relativ trockenheitsresistente Pflanzen, wie Stockrose, Grasnelke, Wiesenmargerite, Lavendel, Lupine, Schafgarbe, Nachtkerze, Mohn, Sonnenhut, Königskerze, Goldrute und fast alle Lilienarten.

Auf mittelschweren Lehmböden gedeihen die meisten Pflanzen. Drückt man eine Handvoll Erde zusammen, zerfällt die Masse aus Sand, Ton und Humus bei leichtem Druck in unregelmässige Klumpen. Bei guter Durchlässigkeit für die Wurzeln werden Nährstoffe und Wasser gut festgehalten. Schwerer Tonboden kann zu Kugeln geformt werden, er klebt an den Händen. Der Boden ist sehr fest und trocknet schwer ab. Das Einarbeiten von grobem Sand und tiefwurzelnde Pflanzen wie Lupinen oder Sonnenblumen lockert den Boden. Hier gedeihen Pflanzen, die auf einen feuchten, frischen Boden angewiesen sind, wie Eisenhut, Akelei, Sonnenbraut, Christrose, Schwertlilie und Pfingstrose.

Auch der Säuregehalt des Bodens ist wichtig und kann mit Indikatorstäbchen aus dem Handel bestimmt werden. Optimal ist ein schwach saurer Boden (pH 5,5-7). In saurem Boden (pH 4,5-5) fühlen sich Azaleen, Hortensien, Sternmagnolien, Fingerhut, aber auch einige Primelarten wohl. In eher kalkhaltigen Böden gedeihen Blaukissen, gelber Fingerhut, Schwertlilie, Staudenwicke, Schlüsselblume, Rittersporn und Wacholder.

Die richtigen Lichtverhältnisse

Ganz ohne Sonne kommen nur wenige Pflanzen aus, aber kaum eine Stelle im Garten ist das ganze Jahr über ohne Sonne. Hier können Funkien, Immergrün, Efeu, Farne, Prachtspieren, Veilchen und Lungenkraut gepflanzt werden. Anemonen und Waldgräser bieten schon im Frühjahr einen schönen Anblick. Volle Sonne hingegen brauchen u.a. Schafgarbe, Kamille, Katzenminze, Fetthenne, Königskerze und viele Gewürze.

Benachbarte Pflanzen ergänzen sich durch unterschiedliche Nährstoffansprüche oder durch die schädlingsabwehrende Wirkung. Rosen kann man mit Knoblauch (gegen Mehltau), Lavendel oder Ringelblumen zur Schädlingsabwehr kombinieren. Kapuzinerkresse schützt Bäume vor bestimmten Schädlingen und Schnecken. Schachtelhalmbrühe hilft als vorbeugendes Spritzmittel gegen verschiedene Pilzkrankheiten, Brennesselzubereitungen werden gegen Blattläuse eingesetzt.
 

Kompost und Reisighaufen

Der Komposthaufen braucht eine gute Durchlüftung: zu reichliche Gemüseabfälle müssen mit lockerem Material wie Gartenabfällen, Sand oder Sägespänen gemischt werden. Der Ort sollte wind- und sonnengeschützt sein. Bei einer zu lockeren Schichtung stoppt die Verrottung.

Reisighaufen bieten vielen Insekten, aber auch Igeln u.a. im Winter oder bei schlechter Witterung Schutz. Alte Baumstämme sind ein beliebter Platz für zahlreiche nützliche Insekten. Regenwürmer, die nützlichen Helfer im Garten, lockt man mit Kaffeesatz, Zwiebelschalen und Obstresten an.

Manche Pflanzen, wie z.B. Lupinen, können - wieder in die Erde eingearbeitet - zur Düngung dienen. Mulchen mit Stroh, Häcksel, Holzschnitzel und leicht welkem Rasenschnitt unterdrückt Unkraut und schützt den Boden vor Austrocknung.
 

Schmetterlinge und andere Gäste

Schmetterlingsarten lockt man durch „ihre“ Lieblingspflanzen, wie Schmetterlingsflieder oder Nachtkerze, an. Für die Florfliege, die im Larvenstadium hunderte von Schädlingen vertilgt, können auch Nisthilfen eingesetzt werden. Manche Nützlinge sind als Larven auch über den Versandhandel zu beziehen. Die Berberitze lockt Schwebfliegen, Distelfalter und Rosenkäfer an, von den Früchten ernähren sich Amseln und andere Vogelarten. Auch der Holunder ist eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel. Weitere solcher allen dienlichen Pflanzen sind der gemeine Schneeball, die Hundsrose, der Buchsbaum, der Ginster und die Brennessel.

Für den Rasenmäher schwer zugängliche Ecken kann man als Blumenwiese anlegen, wofür es verschiedene Samenmischungen, wie „Schmetterlingswiese“ gibt. Gesät wird im Frühjahr in die kurzgeschnittene, vertikutierte Grasnarbe, gemäht wird erst im Juni.
Naturnahe Hecken, die Vögeln und Insekten Lebensraum und Nahrung bieten, sind die schönsten Begrenzungen. Ganzjährigen Sicht-, Wind- und Lärmschutz bieten immergrüne Pflanzen wie Buchsbaum, Feuerdorn, Heckenkirsche, Ilex, Eibe, Fichte oder Lebensbaum. Laubwerfende Sträucher lassen im Frühjahr und Herbst genügend Sonne auf den Boden gelangen. Freiwachsende Hecken können aus Berberitzen, Deutzien, Ebereschen, Forsythien, Goldregen, Hartriegel, Heckenkirsche, Schmetterlingsstrauch, Schneeball, schwarzem Holunder, Weigeleien, Weißdorn, Wildflieder, Wildrosen, Zierkirsche und Zwergmispel zusammengestellt werden.


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