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Zahnpflege bei Kindern

Gesunde Zähne sind kein Zufall.

Der Grundstein für schöne, gesunde Zähne wird schon im Kindesalter gelegt. Denn, was Hänschen nicht gelernt hat, wird Hans kaum beachten. Sind die Zähne einmal geschädigt oder krank, hilft oft nur eine umfassende und langwierige Zahnbehandlung. Dabei wäre es doch einfach, dieser oft schmerzhaften und kostspieligen Prozedur vorzubeugen. Das Rezept ist einfach: regelmäßig Pflegen und Schützen. Und das von klein an.
 

Pflegetipps für gesunde Kinderzähne:

  • Ein sorgfältiges Zähneputzen sollte mindestens zweimal täglich erfolgen. Am besten ist natürlich die Reinigung nach jeder Mahlzeit.
  • Die Borsten der Zahnbürste sollten abgerundet und nicht zu hart sein, sonst können sie das Zahnfleisch verletzen. Die glatten Kunststoffzahnbürsten sind den Naturborsten vorzuziehen, denn sie bieten den Bakterien kaum Haftplätze. Sie sollten nach Benutzung gut abgespült werden und an der Luft trocknen. Alle sechs bis acht Wochen sollte die Zahnbürste gewechselt werden.
  • Auf die richtige Putztechnik kommt es an: zuerst werden die Kauflächen sorgfältig in kleinen kreisenden Bewegungen gebürstet, dann die Zahnseiten – außen und innen - und zwar immer von der Zahnwurzel zur Krone hin (von rot nach weiß). Lassen Sie sich Zeit für die Reinigung, drei Minuten sollten es auf jeden Fall sein. So lange brauchen z.B. Fluoride, um in den Zahnschmelz einzudringen.
  • Mundduschen können die Reinigung der Zahnzwischenräume unterstützen, allerdings kann ein zu starker Wasserstrahl das Zahnfleisch verletzen.
  • Auch sorgfältige Zahnreinigung kann nicht den mineralisierten Zahnstein beseitigen. Das sollte in einer Zahnpraxis geschehen.
  • Das Benutzen von Mundwasser unterstützt die Mundhygiene. Es kann jedoch die tägliche Reinigung mit Bürste und Zahncreme oder –gel nicht ersetzten.
  • Für Zahngesundheit ist nicht nur eine regelmäßige Reinigung wichtig, sondern auch die Ernährung spielt eine große Rolle. Abwechslungsreiche Vollwerternährung mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen sind Voraussetzung für eine gute Entwicklung der Kinder. Ab und zu darf auch genascht werden. Anschließen das Zähneputzen nicht vergessen.
  • Neuartige Kaugummis ohne Zucker unterstützen die Zahnpflege. Sie regen den Speichelfluß an und können kurzzeitig die bakteriellen Säuren abpuffern. Aber auch sie ersetzen nicht das Zähneputzen.


Zum Thema Ersatzstoffe in der Zahnmedizin informiert die achtseitige Broschüre "Gold und Kunststoff lieb ich sehr... Ersatzstoffe für den Zahnkitt Amalgam"


Die Milchzahnhygiene

Schon die ersten Zähne, die Milchzähne, von vielen auch „Platzhalter“ genannt, brauchen eine besondere Pflege. Ihr Zahnschmelz ist besonders dünn und weich und kann schnell durch Karies (Zahnfäule oder Zerstörung des Zahnhartgewebes) angegriffen werden. Bereits der erste Zahn sollte mit einem Wattestäbchen oder mit einer besonders weichen Kinderzahnbürste regelmäßig gereinigt werden. Die Erhaltung der Milchzähne spielt für die Entwicklung des Kiefers eine sehr wichtige Rolle. Auch die spätere Stellung der bleibenden Zähne können diese „Platzhalter“ beeinflussen.

Anfangs sind hauptsächlich die Eltern für die Zahnhygiene der Kleinen verantwortlich. Sie können ihr Kind an das tägliche Reinigungsritual der Zähne gewöhnen.

Ab dem Alter von ca. drei Jahren können die Kinder das Zähneputzen selbst in die Hand nehmen. Hierzu ist eine Anleitung und regelmäßige Kontrolle durch die Eltern notwendig, weil die Motorik in diesem Alter noch nicht richtig funktioniert. Auch die Motivation durch Beispiel der Eltern hilft dem Nachwuchs die Unlust zu überwinden. Für das eigenständig Zähneputzen brauchen Kinder das richtige Werkzeug. Die Kinderzahnbürsten sollten kleines Borstenfeld mit gut abgerundeten Borsten haben. Kunststoffzahnbürsten sind hygienischer, weil sie den Bakterien kaum Haftplätze bieten. Wichtig ist auch, dass die Zahnbürste einen dicken, rutschfesten Griff hat, der gut und sicher in der Hand liegt. Nach dem Putzen sollte der Schaum ausgespuckt werden. Erst dann mit Wasser nachspülen.


Kariesprophylaxe mit Fluoriden

Besonders wirksam gegen Zahnbeläge und Karies sind Fluoride. Sie härten den Zahnschmelz, können die Vermehrung der Plaquebakterien hemmen und so die Entstehung der zahnschädigenden Säuren vermindern. Für Kariesprophylaxe sind die natürlichen Fluoridvorkommen in Mitteleuropa nicht ausreichend. Die natürlichen Fluoridgehalte in Boden, Wasser und Lebensmitteln sind hier eher gering. Deshalb werden oft Fluoride von Außen zugeführt z.B. in Zahnpasten, in speziellen Zahnpflege-Gelees oder als Tabletten. Auch verschiedene Mineralwässer und Speisesalz werden immer öfters mit Fluoriden angereichert. Wie bei jedem Wirkstoff heißt auch hier: viel hilft nicht viel, sondern die Dosis muss ausgewogen sein, vor allem alters- und entwicklungsgerecht.

Den meisten Zahncremes und Zahngelen werden Fluoride bis zu einem Gehalt von 0,15 Prozent (d.h. 1500 mg/kg) zugesetzt. Die EU-Kosmetik-Richtlinie regelt diese Zugabe und so finden sich in Zahnahnpasta für Erwachsene meistens Fluoridgehalte von 1.000 bis 1400 Milligramm pro Kilogramm Zahncreme. Die Kinderzahncremes haben deutlich geringere Fluoridgehalte: 250 – 500 Milligramm. Der Grund liegt darin, dass kleine Kinder oft die Zahncreme beim Putzen verschlucken. Eine Fluorid-Überdosierung kann zur weißlichen Verfärbungen der Zähne (Schmelzflecken) führen, insbesondere wenn gleichzeitig Fluoridtabletten zur Karienprophylaxe gegeben werden. Eine zusätzliche Fluoridgabe sollte daher unbedingt mit dem Zahnarzt oder Kinderarzt abgesprochen werden. STIFTUNG WARENTEST empfiehlt für diesen Fall das Verwenden von Kinderzahnpasten mit rund 250 mg Fluorid (test 8/99). Wird keine Fluoridprophylaxe mit Tabletten betrieben, dann sind Kinderzahnpasten mit ca. 500 mg Fluorid pro Kilogramm Zahnpasta empfehlenswert. Auch beim Verwenden von fluoridiertem Speisesalz oder fluoridhaltigem Mineralwasser ist für Kinder unter sechs Jahren Zahnpasta mit 0,05 Prozent Fluorid sinnvoll.

Bei älteren Kindern ist das Verwenden von speziellen Juniorzahncremes überflüssig. Sie können bereits die „Erwachsenen-Zahncremes“ verwenden.


Kauflächenversiegelung

Einen wirksamen und dauerhaften Schutz vor Karies bietet auch die Kauflächenversiegelung oder Fissurenversiegelung. Wenn die „Sechser-Molaren“ also die ersten dauerhaften großen Backenzähne bei den Sechsjährigen durchbrechen, müssen sie besonders sorgfältig gepflegt werden. Das Reinigen der schwer zugänglichen Grübchen und Rillen der Zähne ist oft problematisch. Unbedingt empfehlenswert ist daher die Kauflächenversiegelung der Backenzähne. Dabei trägt der Zahnarzt auf die gereinigten und für bessere Haftung angeäzten Kauflächen eine dünne weiße oder durchsichtige Kunststoffschicht auf. Diese härtet unter einem Speziallicht aus und bildet für acht bis zehn Jahre einen wirksamen Schutzschild vor Karies.

Die Krankenkassen bezahlen die Versiegelung der großen Backenzähne (Platz 6 und 7) für alle Versicherte zwischen dem 6. und 20. Lebensjahr. Empfehlenswert ist jedoch auch die zusätzliche Versiegelung der kleineren Backenzähne: Prämolaren, Platz 4 und 5. Da die Versiegelung nur einen Teil der Zahnoberfläche schützt, macht sie so das regelmäßige Zähneputzen nicht überflüssig.


 Weitere Informationen

Gesunde Zähne ein Leben lang Gesunde Zähne ein Leben lang - VERBRAUCHER...


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