Reiserecht & Online-Reisebuchung
VERBRAUCHER INITIATIVE informiert zur Buchung im Internet
Berlin, 24. Januar 2007. Ob zur Auswahl der Reiseziele oder bei
Informationen zum Urlaubsland, beim Vergleich der Reiseangebote oder für die
Reisebuchung selbst – auf die vielfältigen Internetangebote wird verstärkt
zurückgegriffen. Bis 2015 werden sich die Internetbuchungen verdreifachen. Als
Folge gewinnen die verbraucherrechtlichen Fragen rund um Reise und Internet an
Bedeutung. Eine aktuelle Broschüre der VERBRAUCHER INITIATIVE liefert einen
Einblick in diese Themenbereiche.
„Mit dem Internet können die Reiseangebote unabhängig von den
Ladenöffnungszeiten angesehen und zu Hause ausgewählt werden“, so Dieter
Kublitz, Rechtsanwalt und Bundesvorsitzender der VERBRAUCHER INITIATIVE. Die
Informationen auf den Websites der Reisevermittler und -anbieter seien sehr
detailliert und aktuell sowie häufig mit viel Bildmaterial versehen. Räumliche
Entfernungen zwischen Reisevermittler und Verbraucher und national
unterschiedliche Standorte sind unbedeutend.
Doch nicht jeder Reiseanbieter im Netz ist seriös. Verbraucher sollten bei
einer Online-Buchung - so die VERBRAUCHER INITIATIVE - auf einige wichtige
Punkte achten:
- Die Internetseite sollte ausreichende Informationen über Reisevermittler
oder –anbieter enthalten. Dazu gehören ein leicht zugängliches Impressum,
Angaben über den vollständigen Namen der Firma, deren Rechtsform, die Namen und
Vornamen der gesetzlichen Vertreter, die vollständige postalische Anschrift
(Postfach reicht nicht!), die Mail-Adresse und Telefon- und Faxnummern des
Anbieters. Fehlt eine dieser Angaben oder ist diese schlecht zu finden, hat der
Anbieter möglicherweise etwas zu verbergen oder es fehlt ihm an
Professionalität. Sie sollten sich hier nach einer Alternative umsehen.
- Ebenso wichtig sind leicht zugängliche, transparente Vertragsbedingungen und
Garantiebedingungen. Achten Sie darauf, ob auf das gesetzliche Widerrufs-
bzw. das Rücktrittsrecht ausdrücklich hingewiesen wird.
- Vorsichtig sollten Sie bei Unternehmen mit Sitz im Ausland sein, die keine
inländische Niederlassung haben. Bei Konflikten ist es häufig schwierig, im
Ausland die Interessen durchzusetzen. Hohe Anwalts- und Gerichtskosten, unklare
ausländische Rechtslage und Schwierigkeiten bei der Durchsetzung von Ansprüchen
können den rechtlichen Verbraucherschutz erschweren. Dies gilt besonders bei
Ländern außerhalb der EU.
- Auf den Websites gibt es meist nur standardisierte Reiseinformationen. Je
individueller der Reisewunsch, um so wichtiger ist die persönliche Beratung.
Eine derartige Reiseberatung sollte deshalb ergänzend, z. B. über eine
Telefon-Hotline, angeboten werden.
- Achten Sie darauf, ob Reisevermittler oder –anbieter durch eines der
bekannten Gütesiegel wie Trusted Shops zertifiziert sind. Auch die „12
Punkte-Garantie für mehr Sicherheit im Netz“ des Verbandes Internet
Reisevertrieb (VIR) ist hilfreich.
Die achtseitige Broschüre „Reiserecht & Online Reisebuchung“ kann
für 1,50 Euro Versandkosten bei der VERBRAUCHER INITIATIVE, Elsenstr. 106, 12435
Berlin oder unter www.verbraucher.org
bestellt bzw. heruntergeladen werden.
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